Justinus, S. (16)

Justinus, S. (16)

16S. Justinus, (17. Sept. al. 4. Aug.), ein Priester und Martyrer, der zu Rom vom hl. Papste Sixtus II. geweiht worden ist und viel zur Ehre Gottes gethan, viele Heiden durch seine Predigten zu Christus bekehrt und namentlich viele heil. Martyrer begraben hat. Zu diesen gehört vor Allen der hl. Laurentius, welchem er auf Befehl des hl. Sixtus die Kirchenschätze zur Vertheilung unter die Armen übergeben hatte. Ehe derselbe gemartert wurde, ging er zu unserm hl. Justinus, bei welchem eben viele Christen versammelt waren, und bat, daß er ihnen die Füsse waschen dürfe, was dann der hl. Justinus im Hinblick auf den Befehl des Herrn auch gestattete. Als er zum hl. Justinus kam, küßte ihm der hl. Laurentius zuerst die Füße und dann wusch er sie. Nachdem der hl. Romanus am 9. Aug. den Martyrtod erlitten, kam der hl. Justinus bei Nacht, nahm seinen Leib und begrub ihn in der Krypta auf dem Veranischen Felde (in agro Verano), und als am folgenden Tage der hl. Laurentius auf dem Roste todt liegen gelassen worden, trugen die hhl. Justinus und Hippolytus10 seinen Leib auf das Landgut der (damals wahrscheinlich schon gemarterten) Wittwe Cyriaca an der Tiburtinischen Straße und bestatteten ihn am Abende in der Krypta auf dem nämlichen Landgute im Veranischen Felde. Dann feierten sie unter Fasten und Thränen drei Nächte hindurch die Vigilien unter Anwesenheit vieler Christen, wobei der hl. Justinus das heil. Opfer darbrachte. Auch den hl. Hippolytus10 begrub er und seine ganze Familie, die mit ihm gemartert wurde, so wie dessen Amme Concordia3, die man erst später in einer Kloake aufgefunden hatte; eben so die hhl. Martyrer Irenäus8 und Abundius4, dann die hl. Tryphonia, die angebliche Gemahlin des Kaisers Decius, und dessen angebliche Tochter Cyrilla4, die er Beide vorher getauft hatte, und von denen die hl. Cyrilla ebenfalls den Martyrtod starb, zugleich mit 46 Soldaten, die aber vom hl. Justinus an der Salzstraße (via Salaria) begraben wurden. Auch soll der hl. Justinus veranlaßt haben, daß anstatt des gemarterten hl. Papstes Sixtus II. der hl. Dionysius vom Klerus zum Papste erwählt wurde. – Nachdem nun der hl. Priester Justinus viel für die Kirche Christi gethan und gelitten, sollte auch er mit dem Martyrtode gekrönt werden. Gewöhnlich nimmt man an, es sei dieses unter Kaiser Claudius II., der vom J. 268–270 regierte, geschehen; aber der Bollandist Stilting bemerkt, der hl. Justinus sei um das Jahr 259, also noch unter dem Kaiser Valerianus, gemartert worden. Sein Martyrium wird aber so erzählt: Als der Kaiser vernahm, was Justinus für die Heiligen wirkte, wie er sie ermuthigte und stärkte und unerschütterlich gegen die Strafen der Tyrannen machte, befahl er, daß man ihn ergreifen und vor sein Angesicht bringen solle. Justinus versammelte vorher noch die Gläubigen um sich, und sprach ihnen so viel Muth ein, daß Alle, die von den Knechten des Tyrannen ergriffen wurden, mit Freuden dem Martertode entgegen gingen. Auch die Leiber derselben begrub er zur Nachtzeit in Gesellschaft anderer Christen. Bei Verrichtung dieses heil. Amtes ward endlich auch er von den Soldaten des Kaisers erwischt und gefesselt zu ihm geführt. Standhaft verharrte er bei dem Verhör, das der Kaiser selbst mit ihm anstellte, und betete und frohlockte unter allen Martern, die ihm angethan wurden. Keine derselben war im Stande, ihm seinen freudigen Muth zu nehmen, so daß der Kaiser sich überwunden fühlte und den heil. Priester enthaupten ließ. Zur Nachtzeit nahmen dann die Christen seinen heil. Leib und begruben ihn ebenfalls an der Straße nach Tivoli (via Tiburtina) im Cömeterium der hl. Cyriaca, wo er selbst den hl. Laurentius und so viele andere Martyrer früher beerdigt hatte. Als am 21. Mai 834 der Bischof Hitto von Freysing nach Rom kam, erhielt er am 1. Juli auf inständiges Bitten vom Papste Gregorius IV. die Reliquien des hl. Justinus, welche er mit denen des hl. Papstes Alexander I. nach Freysing brachte. Auf dem Wege dahin geschahen viele Wunder, indem durch die bloße Berührung des Sarges ein gewisser Geroldus und ein Engelboldus vom Fieber befreit wurden, ein gewisser Anemunt das verlorene Gesicht wieder erhielt und ein Koch, Namens Giak, von einer Geisteskrankheit geheilt ward. Die Reliquien wurden zuerst in die Kirche von Weihenstephan und nach dem J. 860 in die Domkirche von Freysing gebracht. Das Fest des hl. Justinus wird in der Erzdiöcese München-Freysing am 4. Aug. sub ritu dupl. maj. gefeiert, und das Fest des hl. Papstes Alexander43 am 5. Mai. Uebrigens sind auch in Rom noch mehrere Reliquien vom hl. Justinus geblieben; aber auch in Mainz, so wie in Hirschfeld sollen sich einige derselben finden, obwohl die Bollandisten glauben, daß sie einem andern hl. Justinus angehören. – Im Mart. Rom. steht sein Name auch am 17. Sept., wie bei den Bollandisten, und zwar mit dem Beisatze, daß er in der Verfolgung der Kaiser Valerianus und Gallienus als Bekenner sich ausgezeichnet, die Leiber der hhl. Sixtus, Laurentius, Hippolytus und sehr vieler anderer heil. Martyrer begraben und endlich unter Claudius sein Martycium vollendet habe. (V. 470–476).



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