Oldegarius, B.


Oldegarius, B.

B. Oldegarius, Ep. Conf. (6. März). Dieser selige Erzbischof ist in der Stadt und im Bisthum Barcelona und nicht weniger im Erzbisthum Tarragona, welchen Kirchen er nach einander vorstand, hoch verehrt. Er war in Catalonien um das J. 1061 aus deutschem (gothischem) Geblüte geboren. Sein Vater hieß gleichfalls Oldegar, seine Mutter Guilla (Guilia). Wie zu jener Zeit oft geschah, wurde er schon als Knabe mit einem Kanonikate bedacht und stieg, noch ehe er zum Priester geweiht war, zum Propste empor. Im J. 1114 wurde er Bischof von Barcelona. Als Mann von vorzüglicher Demuth gedachte er dieser Würde durch die Flucht sich zu entziehen, wurde aber vermöge eines Befehles des Papstes Paschalis II. zurückgebracht, welcher seine Wahl billigte und ihm befahl, dieselbe anzunehmen. Obwohl er die bischöfliche Würde nur ungern übernommen hatte, so regierte er seine Kirche mit Kraft und handhabte ihre Rechte gegen jede Beeinträchtigung. Als die Stadt und das Gebiet von Tarragona den Mauren wieder abgenommen war, überließ sie Graf Raymund dem Oldegarius und seinen Nachfolgern. Papst Gelasius II. verlieh ihm zu Gaëta am 21. März 1118 das Pallium und unterstellte auch die Diöcese Tortosa seiner Verwaltung. Im J. 1119 wohnte der Heilige dem Concil von Rheims bei, auf welchem über Heinrich V. die Excommunication verhängt wurde. Auf dem Concil im Lateran im J. 1123 erhielt er die Würde eines apostolischen Legaten und den Auftrag, das Kreuz gegen die Mauren zu predigen. Nachdem diese besiegt waren, reiste Oldegarius nach Jerusalem. Nachdem er von dieser Wallfahrt glücklich zurückgekehrt war, hielt er mehrere auf die Reform des Klerus und die Bewahrung der kirchlichen Einheit gegen den Gegenpapst Petrus Leone bezügliche Synoden. Auch auf dem Concil von Clermont im J. 1130 unter Papst Innocentius II. leistete er der Kirche große Dienste. Besonders ist zu erwähnen, daß er die Kathedrale zu Ehren der hl. Thecla neu erbaute, andere Kirchen restaurirte und im Jahre 1133 ein Krankenhaus für die Armen einrichtete. Ueberhaupt war er ein Vater und Beschützer aller Bedrängten und Nothleidenden. Zur Vertheidigung gegen die Mauren führte er den Templer-Orden ein. Im Uebrigen war er ein Wächter und Lehrer der immerwährenden Keuschheit, das Wort des Herrn war der Schlüssel seines Mundes, denn mit ihm öffnete und schloß er all' sein Reden. Unablässig für die Ruhe und den Frieden des christlichen Volkes besorgt, wollte dieser muthvolle Streiter für den heiligen Glauben, dieser eifrige Hirte seiner Heerde bis zur letzten Stunde seines Lebens seinem Berufe obliegen und berief, obwohl schon sehr krank, im November des J. 1136 die gewöhnliche Bisthums- Synode. Drei Tage lang sprach er noch mit größter Anstrengung über den äußern Stand der Kirche, über die Pflichten der Seelsorger, über den Glauben, den Gehorsam und die guten Werke, und setzte hinzu, daß diese Synode die letzte sey, auf welcher er den Vorsitz führe. Als die Krankheit zunahm, ordnete er auch gemäß den canonischen Bestimmungen seine zeitlichen Angelegenheiten, und übergab dann, als eben die ihm untergebenen Aebte, Priester und Kleriker sich zur Fasten-Synode eingefunden hatten, seine Seele dem obersten Seelenhirten Christus am 6. März 1137. Sein Leib wurde im J. 1180 und wiederum im J. 1405 erhoben, bei welch letzterer Erhebung sein Leichnam unversehrt gefunden ward. Verschiedene Wunder, welche nach seinem Tode geschahen, veranlaßten, daß er ohne förmliche Canonisation kirchlich verehrt und diese Verehrung durch Papst Clemens VIII. als unvordenklich bestätigt wurde. (I. 482–498.)



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